
- University of Europe for Applied Sciences analysiert Museumspreise in den 16 deutschen Landeshauptstädten und in den 26 europäischen Hauptstädten
- Erwachsene zahlen in den deutschen Städten durchschnittlich 8,26 Euro – europaweit sind es 11,97 Euro
- Ermäßigte Tickets sind im europäischen Schnitt rund 50 Prozent teurer als in Deutschland
Berlin, 30. April 2026 – Was kostet kulturelle Teilhabe und wer kann sie sich leisten? Diese Fragen sind zentral, wenn es um Bildung, Kreativität und gesellschaftliche Entwicklung geht. Eine aktuelle Analyse der University of Europe for Applied Sciences (UE), die die Eintrittspreise von Kunstmuseen in 16 deutschen Städten mit 26 europäischen Hauptstädten und Großstädten verglichen hat, zeigt: Ein Museumsbesuch ist in den deutschen Landeshauptstädten günstiger als im europäischen Ausland. Erwachsene zahlen hier im Schnitt 8,26 Euro Eintritt, während der Durchschnitt in europäischen Metropolen bei 11,97 Euro liegt.
Prof. Johannes Kiessler, Dekan des Fachbereichs Art & Design an der University of Europe kommentiert die Untersuchung wie folgt: „Museen ergänzen das Bildungssystem und sind Orte der Begegnung und Identitätsstiftung. Dadurch wird der Zusammenhalt in Gesellschaften gefördert. Niedrige Eintrittspreise in Museen senken die finanzielle Hemmschwelle für einkommensschwachere Gruppen und fördern so die Inklusion. Kulturelles Erbe wird dadurch nicht mehr als exklusives Privileg, sondern als gemeinsames Gut erlebbar gemacht.”
Das kostet der Museumsbesuch in Deutschland
Die höchsten durchschnittlichen Eintrittspreise für Erwachsene in Kunstmuseen werden in Dresden (15,20 Euro), Berlin (11,20 Euro) und Düsseldorf (9,75 Euro) erhoben. Danach folgen Städte wie Hamburg und Hannover mit durchschnittlichen Eintrittspreisen von 9 Euro und 8,80 Euro. Günstiger ist der Museumsbesuch hingegen in kleineren Städten: In Saarbrücken zahlen Erwachsene im Schnitt nur 4,25 Euro und in Erfurt 5,20 Euro. In den Museen Kiels ist der Eintritt umsonst.
Für junge Menschen zwischen 14 und 18 Jahren ist der Zugang zu Kunst und Bildung besonders niedrigschwellig: In acht deutschen Städten ist der Eintritt für Jugendliche vollständig kostenlos. Dazu zählen unter anderem große Häuser wie die Alte Nationalgalerie in Berlin, die Hamburger Kunsthalle oder die Alte Pinakothek in München. Insgesamt zahlen Jugendliche im Durchschnitt lediglich 52 Cent für den Museumsbesuch.
Tabelle der 30 teuersten Museen der Analyse in Deutschland
Große Unterschiede bei Eintrittspreisen der Museen
Besonders teuer sind Museumsbesuche für erwachsene Besucher*innen unter anderem in Amsterdam (23,19 Euro), Helsinki (22,20 Euro) und Wien (20,20 Euro). Danach folgen Rom (16,50 Euro) und Stockholm (15,63 Euro). Am unteren Ende des Rankings liegen Städte wie Nikosia, Sofia oder Bukarest mit durchschnittlichen Ticketpreisen für Erwachsene von 3,33, 4,77 bzw. 6,08 Euro.
Auch bei ermäßigten Tickets reicht die Spanne von 16,78 Euro in Wien bis hin zu 1,50 Euro in Nikosia. Ermäßigte Tickets kosten im europäischen Schnitt 8,11 Euro, in Deutschland hingegen 5,39 Euro, damit sind die Tickets im europäischen Schnitt 50 Prozent teurer. Für Jugendliche liegt der Eintrittspreis fürs Museum in den europäischen Metropolen bei 1,11 Euro, mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland. In zehn europäischen Städten erhalten Jugendliche kostenfreien Zutritt ins Museum. Eine Ausnahme bildet Dublin: Hier ist der Eintritt in die Museen für alle Besucher*innen kostenlos – darunter sind beispielsweise Einrichtungen wie die Hugh Lane Gallery, das Irish Museum of Modern Art (IMMA) oder das Photo Museum Ireland.
„Beim Erleben von Kunst reagieren Menschen oft intuitiv mit Mitgefühl oder Neugier. Das schult ihre Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen. “, sagt Prof. Johannes Kiessler, Dekan des Fachbereichs Art & Design an der University of Europe for Applied Sciences. „Im Gegensatz zu schnellen Social-Media-Reizen zwingt uns ein physisches Kunstwerk oft zum Innehalten. Dieses „Slowing Down“ gibt dem Gehirn Zeit, von einer schnellen, wertenden Reaktion in einen tieferen, reflektierenden Modus zu wechseln. Man fängt an, das „Andere“ nicht sofort abzulehnen, sondern erst einmal wahrzunehmen.”
Über die Untersuchung:
Für die Analyse wurden die regulären Eintrittspreise, ermäßigten Tarife sowie Preise für Kinder und Jugendliche (ca. 14–18 Jahre) von über 200 Kunstmuseen in den 16 deutschen Landeshauptstädten sowie 26 europäischen Hauptstädten erhoben. Die Auswahl der untersuchten Kunstmuseen erfolgte über unterschiedliche Bewertungsplattformen sowie die Reihenfolge der Google-Treffer für die entsprechende Stadt.Berücksichtigt wurden Institutionen mit klarem Fokus auf bildende Kunst, einschließlich Malerei, Skulptur, Fotografie sowie ausgewählter Bereiche der angewandten und zeitgenössischen Kunst. Neben klassischen Kunstmuseen wurden auch kuratierte Ausstellungshäuser sowie institutionell etablierte Kunstorte einbezogen, sofern sie über ein dauerhaftes Ausstellungsprogramm verfügen. Städtische Museen mit Kunstausstellungen wurden ebenfalls berücksichtigt. Die Anzahl der berücksichtigten Institutionen variiert je nach Stadt; in einzelnen Fällen konnten weniger als fünf vergleichbare Einrichtungen identifiziert werden. Sonderausstellungen, Kombitickets sowie zeitlich begrenzte Preisaktionen wurden nicht berücksichtigt. Grundlage der Analyse waren die jeweils aktuellen, öffentlich zugänglichen Preisangaben auf den Websites der Institutionen (Stand: Q1 2026). Für jede Stadt wurden auf Basis der erhobenen Daten Durchschnittswerte berechnet.
Über die University of Europe for Applied Sciences (UE)
Die UE bietet Bachelor-, Masterstudiengänge sowie duale Bachelor- und MBA-Programme an. Sie wurde institutionell vom Wissenschaftsrat für die maximale Laufzeit von zehn Jahren akkreditiert und ist systemakkreditiert durch die FIBAA. Die Hochschule wurde bereits zweimal mit dem Deutschen Bildungs-Award ausgezeichnet, außerdem zählen ihre praxisnahen dualen Studiengänge zu den „Besten Anbietern für duales Studium“ (STERN-Siegel). Die UE ist Teil der GUS Germany GmbH (GGG), einem Netzwerk von Bildungseinrichtungen mit mehr als 18.000 Studierenden an Standorten in Deutschland, Europa und darüber hinaus. Derzeit studieren an der UE rund 7.800 Studierende aus 143 Nationen.