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Peter ist ein geschätzter Designer, der sich auf Datenvisualisierung spezialisiert hat. Er wird in seinen eigenen Worten erklären, was den Unterschied zum üblichen Designansatz ausmacht. Peter ist derzeit Studiengangsleiter an der UE für die beiden Masterkurse Visual & Experience Design sowie Creative Computing am UE Innovation Hub.

 

Hast Du derzeit ein Projekt, an dem Du arbeitest?

Der Großteil meiner derzeitigen Arbeit konzentriert sich auf die Datenarchäologie - die Umwandlung von Mustern in der Geschichte in eine analytische Wissenschaft zur Vorhersage der Zukunft. In einem kürzlich erschienenen Werk mit dem Titel 'Objects of War' werden die wichtigsten wissenschaftlichen Entdeckungen und künstlerischen Schöpfungen der Menschheit aus 500 Jahren analysiert und mit dem Auftreten von Kriegen, Massakern und Völkermord in Beziehung gesetzt, um wiederkehrende Muster des menschlichen Schaffens aufzuzeigen, die nach Konflikten aufblühen.

Ich analysierte die Besessenheit der Menschheit von der Apokalypse, wie sie in der Literatur und der bildenden Kunst zum Ausdruck kommt, um die Wünsche der Menschen nach zivilisatorischer Handlungsfähigkeit zu verstehen und um festzustellen, ob Träume von Katastrophen zu greifbaren Konsequenzen im wirklichen Leben führen. Im Wesentlichen geht es darum, zu analysieren, ob die kreativen kulturellen Ergebnisse unserer Sehnsüchte nach dem Ende der Welt zu messbaren Veränderungen von Zivilisationsmerkmalen wie der sozialen Organisation und insbesondere Konflikten führen. Die meiste rechnerische Forschung mache ich selbst.

Neue Technologien und Werkzeuge, beschäftigst Du Dich viel mit den aktuellen Methoden?

Ich bin eigentlich sehr skeptisch, was den Einsatz neuer Technologien angeht, und warte in der Regel, bis sich ihr Nutzen in der Gesellschaft durchgesetzt hat, bevor ich sie in meine Arbeit einbeziehe. Allerdings sind die meisten neuen Technologien, die ich verwende, rechnerischer Natur (Algorithmen und Code), die es schon seit Jahrzehnten gibt.

Hast Du einen Lieblings-Award, den Du gewonnen hast?

Wenn ich mich für einen Preis entscheiden müsste, wäre es der National Science Foundation's, International Science and Engineering Visualization Challenge, den ich 2010 gewonnen habe. Es handelt sich um einen Visualisierungs-Wettbewerb, der von der Zeitschrift Science veranstaltet wird, und da ich selbst in der Forschung tätig bin, war es eine große Ehre, dass meine Arbeit auf den Seiten der renommierten Publikation vorgestellt wurde:

Wie testes Du Ideen und Designs, ob sie funktionieren? Visualisierung von Daten ist eine so komplexe Art von Design – wie beginnst Du mit Deinen Ideen?

Meine Arbeit ist analytisch und rechnerisch - als solche sind alle "Tests" statistisch, um festzustellen, ob die quantifizierten Muster real sind. Was das Testen von visuellem Design angeht, mache ich mir einfach nicht die Mühe - ob ein Design funktioniert oder nicht, hängt hauptsächlich davon ab, wie gut ein Projekt beim Publikum ankommt. Wir wünschen uns Innovation, aber alles, was sehr innovativ ist, wird in der Regel abgelehnt, weil es zu neu ist - Veränderungen sind für die meisten Menschen unangenehm. Daher konzentriere ich mich darauf, das visuelle Medium voranzubringen, und nicht darauf, externe kulturelle Bedürfnisse zu befriedigen.

09.02.2022 | By Prof. Dr. Peter Crnokrak | Category: Students