Prof. Csongor Baranyai

Gaming ist mehr als zocken. Gaming ist lernen: Was der Bildungsbereich vom Gaming lernen kann

Mehr als 2 Milliarden Menschen weltweit spielen Computer- und Videospiele. In Deutschland greifen 6 von 10 Menschen zu Konsole, PC oder Smartphone, um digitale Spiele zu spielen. Games sind längst essenzieller Teil unserer Gesellschaft – das hat gerade erste die gamescom gezeigt. Doch Gaming ist viel mehr als Zocken. Gaming ist lernen. Und es bietet viele Möglichkeiten, den digitalen Bildungsbereich gerade für Schüler*innen attraktiver und effizienter zu machen. Zahlreiche Möglichkeiten bleiben heute jedoch noch ungenutzt – meint Csongor Baranyai, Professor für Game Design an der University of Europe for Applied Sciences. 

„Spielen ist lernen. Wir können von Games eine ganze Menge für den Bildungsbereich lernen und adaptieren.”

Csongor Baranyai, Professor für Game Design an der University of Europe for Applied Sciences.  

In der Öffentlichkeit wird Gaming häufig in eine ganz bestimmte Ecke gestellt: Gaming sei für Kinder schädlich. Dabei gibt es zahlreiche Untersuchungen, die zu einem anderen Ergebnis kommen und auf die positiven Aspekte des Gamings verweisen. Darauf, dass Games beispielsweise die Kreativität und die räumliche Wahrnehmung gerade von Kindern und Jugendlichen fördern.

“Gaming ist mehr als zocken. Gaming ist lernen.”

Games können aber auch zur Erholung beitragen und soziale Beziehungen schaffen oder aufrechterhalten. Das hat sich gerade in der Corona-Pandemie gezeigt. Das gemeinsame Online-Zocken war für viele Kinder und Jugendliche ein Weg, mit ihren Freund*innen in Verbindung zu bleiben und trotz Distanz gemeinsam Abenteuer zu erleben und sich auszutauschen. 

Corona hat aber auch deutlich gemacht in welchen Bereichen wir die Möglichkeiten von Games

nicht genutzt haben: in der Schul- und Hochschulbildung. “Wir setzen im Bildungsbereich viel zu wenig auf die zahlreichen Möglichkeiten und positiven Aspekte von Games”, so Baranyai. Für den Professor an der University of Europe for Applied Sciences ist nämlich klar: “Gaming ist viel mehr als zocken. Gaming ist lernen.”

Nicht “entweder-oder”, sondern “sowohl-als-auch”

Während viele Schulen und Universitäten in der Lehre zwar auf digitale Lernplattformen und virtuelle Lernräume gesetzt haben, kamen spielerische Lernumgebungen fast gar nicht zum Einsatz. Ein großer Fehler, findet Csongor Baranyai. „Die Corona-Pandemie hat unsere Schwachstellen im Bereich des digitalen Lernens schonungslos aufgedeckt.” So kamen zwar verschiedene digitale Lernplattformen und virtuelle 3D-Lernräume zum Einsatz, doch “als spielerische Lernumgebung kann man diese nicht bezeichnen.”  Was Baranyai allerdings auf keinen Fall möchte: die eine Lernmethode gegen die andere ausspielen. “Mir geht es darum, dass wir alle verfügbaren Möglichkeiten nutzen, um die besten Lernumgebungen für jeden Lerntyp zu gestalten.”

Wie das geht und wie solche spielerischen Lernumgebungen und Lernräume aussehen und gestaltet werden können, lernen die Studierenden an der University of Europe for Applied Sciences in Berlin und Hamburg im Studiengang “Game Design”. Ein Studiengang mit Zukunft – davon ist auch Prof. Csongor Baranyai überzeugt: „Es geht schon lange nicht mehr darum, ob Games und Gamification ein großes Potenzial für unsere Gesellschaft haben, sondern wie und vor allem in welchen Bereichen wir dieses künftig besser nutzen können.“

Zukunft “Game Design”: Ein Studiengang der unbegrenzten Möglichkeiten

Game Design erweckt die Ideen der Zukunftsmedien wie Computer-, Videospiele und Apps zum Leben. Games sind Unterhaltung und Business in einem, können aber in den Bereichen der Serios Games auch einen erheblichen Beitrag zu gesellschaftlichen Problemlösungen aufzeigen, wie z.B. auf Lern- oder Kommunikationsplattformen. Die Anwendungsbereiche außerhalb des Spielebereiches haben gerade in der Pandemie einen großen Aufschwung erlebt.

Game Designer*innen sind an allen Entwicklungsschritten der innovativen Spielmechaniken beteiligt: von der ersten Idee über die technisch-kreative Konzeption, Narration bis hin zur Gestaltung von Räumen und Charakteren.

Im Game Design-Studium an der UE liegt der Fokus der Lehre auf der Entwicklung und Erstellung von Spielen mit innovativem und experimentellem Charakter. Studierende erhalten in den Bereichen Game Design, Game Art und Game Programming einen Überblick über die Wirtschaft, Kultur und Märkte rund um Computerspiele, von AAA über Indie Games bis hin zu experimentellen Formaten. Auch der Umgang mit verschiedenster Software wie Android oder Java stehen auf dem Programm.

Nach grundlegenden Einführungen in den ersten Semestern, bietet das Studium im 5. Semester in interdisziplinären Seminaren, Workshops und Studienreisen die Möglichkeit, in einem Praktikum im In- oder Ausland die erworbenen Kompetenzen in der Praxis zu erproben. Es geht um die eigenständige Konzeption und Realisierung eines anspruchsvollen Projektes. Dies ist die beste Visitenkarte, um sich beim Wunscharbeitgeber oder zukünftigen Auftraggebern optimal zu präsentieren.

Fakten zum Studiengang Game Design (B.A.):

Campus:                                              Berlin (englisch), Hamburg (deutsch)

Studienbeginn:                                     März/ September

Dauer des Studiums:                            6 Semester

Praktikums-/Auslandssemester:            5. Semester

Abschluss:                                           Bachelor of Arts

Weitere Informationen zum Studiengang und Curriculum:

Game Design studieren | Bachelorstudium | UE Germany (ue-germany.com)


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