>, Berufseinstieg, Karrieretipps, Studierende>Arbeit als Selbständige/r: Von der Idee zur Gründung – wann wird ein Unternehmen daraus? Part 2

Arbeit als Selbständige/r: Von der Idee zur Gründung – wann wird ein Unternehmen daraus? Part 2

Der Business Plan steht und jetzt geht es an den Anmeldungsprozess.
Aber wo genau musst du deine Selbstständigkeit oder dein Unternehmen anmelden? Welche Behörden und Ämter müssen abgeklappert werden? In unserem heutigen Beitrag beantworten wir genau diese Fragen.

Dein Gewerbe anmelden

Wenn du als Existenzgründer*in ein Einzelunternehmen oder einer GbR gründest, dann musst du diese beim Gewerbeamt anmelden. Anschließend an die Gewerbeanmeldung erhältst du automatisch von deinem zuständigen Finanzamt Unterlagen, mit denen du u.a. deine Steuernummer beantragen musst.
Wenn du Angestellte in deinem Unternehmen führst, bist du zusätzlich verpflichtet, eine Betriebsnummer beim Arbeitsamt zu beantragen und diese bei der Krankenkasse zu melden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Anmeldung für eine Mitgliedschaft bei deiner zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK).

Kleine Kleinunternehmen, wie Kaufmann, GmbH, UG, AG, OHG und eG müssen noch zusätzliche Schritte beachten. Dazu zählt die verpflichtende Eintragung ins Handelsregister.
Wenn du eine Genossenschaft gründest, dann musst du diese in einem Genossenschaftsregister und eine Mitgliedschaft in einem genossenschaftlichen Prüfungsverband anmelden. Zudem muss dein Unternehmen bei einer Berufsgenossenschaft aufgeführt werden.
Als selbstständiger Handwerker gilt noch die zusätzliche Registrierung bei der Handwerkskammer.

Als Freelancer in die Selbstständigkeit

Wenn du nicht gleich ein Unternehmen gründen möchtest, kannst du deine Selbstständigkeit auch mit einer Freelancer Tätigkeit beginnen. Dein Vorteil ist dabei, dass du dich nicht mit so vielen Anmeldung herumschlagen musst und dadurch nicht ganz so kompliziert ist.

Als Freelancer oder Freiberufler reicht es nämlich völlig aus, wenn du dich beim Finanzamt vorstellst und dort deine Steuernummer beantragst.
Die Anmeldung musst du innerhalb von vier Wochen mit Beginn deiner Arbeit erledigen. Je nachdem, in welcher Stadt und welchem Bezirk du wohnst, ist ein Finanzamt aus der Gegend für dich zuständig. Erkundige dich daher online, zu welchem Finanzamt du gehen musst.
Die Steuernummer bekommst du, nachdem du den steuerlichen Erfassungsbogen ausgefüllt und beim Amt eingereicht hast, nach ein paar Tagen per Post zugeschickt. Ohne sie kannst du nicht als Freelancer tätig sein, da du deine Steuernummer auf deinen Rechnungen angeben musst und sie für deine jährliche Steuererklärung benötigst.

Als Selbstständige/r absichern

Auch als Freiberufler solltest du dich absichern. Bei der Krankenkasse bist du verpflichtet, deine Freelancer Tätigkeit anzugeben, da du dann nicht mehr als Arbeitnehmer giltst, sondern als Selbstständige/r. Nach der Umstellung wird anhand deines Einkommens ein neuer Beitragssatz ermittelt. Am besten vergleichst du verschiedene Krankenkassen und erkundigst dich, welche Leistungen mit deiner Arbeit übereinstimmen.

Der Beitritt in eine Berufsgenossenschaft ist für einen einzelnen Freelancer keine Pflicht. Wenn du jedoch Mitarbeiter hast, dann musst du diese bei einer Berufsgenossenschaft, die zu deiner Branche gehört, anmelden. Einzelunternehmen, Kapital- und Personengesellschaften sind hingegen verpflichtet, sich bei einer Berufsgenossenschaft anzumelden.
Aber auch für dich als Ein-Mann-Powerkraft kann eine freiwillige Mitgliedschaft lohnenswert sein. Damit kannst du dich nämlich gegen Betriebsunfälle, Berufskrankheiten sowie Arbeits- und Wegunfälle versichern lassen. Prüfe daher, ob sich die gesetzliche Unfallversicherung für dich lohnt und wiege das Preis-Leistungs-Verhältnis ab.

Weitere Absicherungen, über die du als Selbstständige/r nachdenken solltest, sind eine gewerbliche Haftpflichtversicherung gegen Schäden, die von dir selbst verursacht werden können, eine Geschäftsinhaltsversicherung, die dich bei Schäden in deinem eigenen Unternehmen abdeckt und eventuell eine Rechtsschutzversicherung, wenn es um juristische Streitigkeiten geht.

 

Als Selbstständige/r musst du dich bei unterschiedlichen Behörden und Ämtern vorstellen. Als Freelancer hast du den geringsten Aufwand, um deine freiberufliche Tätigkeit anzumelden. Bei vielen anderen Geschäftsformen musst du dich mal mehr, mal weniger mit der Bürokratie rumschlagen. Nach deiner Gründung solltest du auf alle Fälle noch an deine geschäftlichen Absicherungen denken.

Arbeit als Freelancer: Das Für und Wider der Selbstständigkeit

Bist du hin und her gerissen, ob du den Schritt in die Selbstständigkeit wagen solltest? Es ist immer ratsam, sich die Vor- und Nachteile durch den Kopf gehen zu lassen, bevor man eine große Entscheidung trifft.
Erfahre in unserem nächsten Beitrag, der „Arbeiten als Freelancer“- Reihe alles über das Für und Wider der Selbstständigkeit. Verpass‘ also nicht den kommenden Artikel am Freitag, den 09. August 2019!

Du bist dir unsicher, ob die Arbeit als Freelancer überhaupt zu dir passt? In unserem Artikel „Arbeiten als Freelancer: Sei dein eigener Boss“ findest du einige Tipps, wie du herausfinden kannst, ob eine Freelancer Tätigkeit zu dir passt.

 

Von |2019-07-08T10:00:33+02:00Juli 26th, 2019|Absolventen, Berufseinstieg, Karrieretipps, Studierende|