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Arbeit als Freelancer: Wie berechnet man seinen Stundenlohn? Part 2

Du möchtest erfahren, wie du deinen Stundenlohn berechnen kannst?
Dann bist du hier genau richtig. Heute geben wir dir ein exemplarisches Beispiel, wie du deinen Stundensatz errechnen kannst.

Aus dem ersten Teil von „Arbeit als Freelancer: Wie berechnet man seinen Stundenlohn?“ können wir diese Punkte zusammenfassen, die du bei der Berechnung deines Stundensatzes mit beachten solltest:

  • Zusätzliche Ausgaben mit einberechnen
  • Nicht unter Wert verkaufen
  • Gewinn und Risiken nicht vergessen
  • Niemand arbeitet 365 Tage im Jahr
  • Unproduktive Phasen beachten

So berechnest du deinen Stundensatz

Jetzt geht es ans Rechnen. Damit du deinen eigenen Stundenlohn berechnen kannst, führen wir dir jetzt Schritt für Schritt ein exemplarisches Beispiel vor.

Wie im ersten Teil von „Arbeit als Freelancer: Wie berechnet man seinen Stundenlohn?“ erwähnt, kannst du nicht das ganze Jahr über ackern. Der erste Schritt ist also, dass du deine Arbeitstage richtig berechnest. Wenn man Wochenenden, Feiertage, Urlaubstage sowie Krankheits- und Weiterbildungstage abzieht, kommt man gerade einmal auf 17,5 Tage im Monat, in denen du wirklich arbeiten kannst. Wie genau die Abzüge der einzelnen Tage sind, kannst du hier im ersten Teil nachlesen.
Natürlich kannst du als Freelancer selbst entscheiden, ob du auch an Wochenenden arbeiten möchtest. Diese Entscheidung ist dir überlassen, aber wir haben dir in unserem Beispiel am Wochenende frei gegeben.

Die zusätzlichen Kosten berechnen

Wenn du von einem Brutto-Einkommen von 3.000 Euro ausgehst, musst du die 20% Arbeitgeber, also umgerechnet 600 Euro, und deine Fixkosten mit berechnen. Als Fixkosten sind z.B. Miete, Werbung, Telefonrechnungen etc. Wir nehmen dafür jetzt einfach mal 1.200 Euro.
Alles zusammen ergeben also 4.800 Euro, die du im Monat einnehmen musst. Brichst du diesen Betrag jetzt auf die 17,5 Arbeitstage herunter, musst du pro Tag gerundet 274,30 Euro erwirtschaften. Auf den Stundensatz von einem acht Stunden Tag sind das dann 34,29 Euro, die du dir mindestens als Stundensatz berechnen musst.

Unproduktivität und Gewinn gehören dazu

Beachte jedoch, dass du nicht immer zu 100% produktiv bist und auch Aufgaben abarbeiten musst, für die du nicht bezahlt wirst. Gehen wir von einer produktiven Arbeitszeit von 70% aus, dann verringern sich die 17,5 Arbeitstage auf gerade einmal 12,5 Tage, an denen du Kundenaufträge bearbeitest. Dein Stundensatz muss daraufhin auf 48 Euro angepasst werden.
Damit aber noch nicht genug: Ohne Gewinn geht gar nichts! Sagen wir, du berechnest dir gerade einmal 10% Gewinn auf deinen Einnahmen, dann solltest du mindesten 52,80 Euro pro Stunde nehmen.

Die Rechnung zusammengefasst

Damit das Ganze für dich jetzt noch einmal etwas übersichtlicher wird, kommt hier einmal der Rechenweg ordentlich aufgeführt.

4.800 Euro an Kosten :
12,5 Arbeitstage (unproduktive Phasen bereits mit einberechnet) :
8 Stunden :
10% bzw. 0,90 Gewinn
= 52,80 Euro für deinen Stundensatz

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass viel mehr hinter der Stundensatzberechnung steht, als nur einen einfachen Betrag zu schätzen. Du musst zusätzliche Kosten, unproduktive Phasen sowie deinen Gewinn einkalkulieren. Dein Stundenlohn steigt auch noch mit deinen Erfahrungen und deinem professionellen Equipment an. Verkaufe dich nicht unter Wert und nehme nicht jeden Auftrag an, nur um des Arbeitswillens. Ohne Profit lohnt sich der ganze Aufwand nicht.

Arbeit als Freelancer: Wie bleibt man motiviert?

Du bist schon eine Weile als Freelancer tätig und dich verlässt so langsam die Motivation? Oder bist du noch am Überlegen, ob du in die Selbstständigkeit starten solltest und bist dir unsicher, wie du später mit Motivationstiefs umgehen kannst?
Dann verpass‘ nicht unseren nächsten Beitrag der „Arbeit als Freelancer“- Reihe am Freitag, den 18. Oktober 2019! Dort geben wir dir ein paar Tipps und Tricks, wie du als Freelancer mit deiner Motivation am Ball bleibst.

 

Von |2019-09-18T10:15:04+01:00Oktober 4th, 2019|Absolventen, Berufseinstieg, Karrieretipps, Studierende|