>>>Studieren – aber wo? So findest du deine Hochschule

Studieren – aber wo? So findest du deine Hochschule

Während es in anderen Ländern schon immer üblich ist, für die Hochschulbildung etwas zur Seite zu legen, nutzen junge Menschen hierzulande am häufigsten das staatliche Bildungsangebot. In den letzten Jahren ist jedoch eine Entwicklung zu beobachten, die neuen Wind ankündigt: Immer mehr Studienanfänger*innen orientieren sich hin zu privaten Hochschulen. Das Angebot hält damit Schritt.

Der Welt zufolge ist die Anzahl privater Hochschulen seit Anfang der Neunziger Jahre von 23 auf über 100 angestiegen. Das entspricht einem Viertel aller Hochschuleinrichtungen in Deutschland. Während der Hochschulabschluss auf privatem Wege damit in der gesellschaftlichen Mitte angekommen ist, haben sich einige hartnäckige Vorurteile bewährt. Für Abiturient*innen kann es sich jedoch lohnen, die unterschiedlichen Angebote unter die Lupe zu nehmen. Schließlich lässt sich nur so die Hochschule finden, die zu den eigenen Karrierezielen und dem persönlichen Lernmodus passt.

Das Märchen vom Spaß-Studium

Das wohl geläufigste Klischee für Privatstudenten: Ein gutes Elternhaus und schwindend geringe Lernbereitschaft. Dass dies bei Weitem nicht der Realität entspricht, liegt bei genauem Hinsehen auf der Hand.

„Der Markt ist sehr heterogen”, betont Thomas May vom Deutschen Wirtschaftsrat in der Süddeutschen Zeitung.
“Es gibt sehr starke private Hochschulen, aber eben auch solche, von denen man sich nicht vorstellen kann, dass Sie jemals fliegen werden.”

Um sicherzugehen, dass es sich beim Favoriten nicht doch um ein schwarzes Schaf handelt, sind zwei Orientierungsmerkmale beachtenswert. Das Erste bietet hier die staatliche Anerkennung. Diese erfolgt stets durch ein Ministerium des zuständigen Bundeslandes und bedeutet, dass dieses die Hochschule als gleichwertig einer Staatlichen einstuft.

Seit der Bologna-Reform werden zudem alle Studiengänge an den gleichen Anforderungen gemessen – Sie durchlaufen einen standardisierten Akkreditierungsprozess. Diesen führen vom Wissenschaftsrat beauftragte Agenturen durch. Wer also denkt, an privaten Hochschulen ginge es lockerer zu als an Staatlichen, dürfte spätestens nach der ersten Klausurenphase eine herbe Enttäuschung erleben.

Private Hochschulen: Studieren ohne NC

Ein bekanntes Merkmal privater Hochschulen sind die alternativen Zulassungsbeschränkungen. Diese drücken sich häufig darin aus, dass es selbst für beliebte Fächer wie BWL oder Psychologie keinen Numerus Clausus gibt. Oft steckt dahinter die Überzeugung, dass Hochschulbildung nicht allein jenen vorbehalten sein sollte, die in der Oberstufe die besten Noten hatten. Dies ist an staatlichen Hochschulen häufig der Fall: Hier sehen die Einrichtungen sich aufgrund der immer steigenden Nachfrage dazu gezwungen, die Anforderungen enorm hochzusetzen.

Dies bedeutet allerdings nicht, dass private Hochschulen wahllos Zutritt gewähren. Bewerber*innen erwarten in der Regel fachspezifische Tests, Assessment Center und vertiefte Auswahlgespräche.

Weniger Studienabbrecher

Interessant ist in diesem Zusammenhang der Anteil jener Studenten, die sich vorzeitig aus dem Studium verabschieden. Während an staatlichen Hochschulen jeder Vierte abbricht, bringen an privaten Hochschulen hier 90 Prozent ihr Studium zu Ende – Wiederum 90 Prozent davon sogar in der Regelzeit. Ob dies an der individuelleren Betreuung liegt oder eher an der Tatsache, dass Studierende privater Hochschulen ihr Studienfach sorgsamer wählen, ist schwer zu sagen. Schließlich steht meist eine nicht geringe finanzielle Investition auf dem Spiel.

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Foto: Unsplash/Ambitious Creative Co. – Rick Barrett

Mit dem grotesken Bild von mehr als tausend Studierenden je Hörsaal wird staatlichen Hochschulen pauschal sicherlich Unrecht getan. Zum Bersten volle Studiengänge können für so manch einen trotzdem überfordernd sein. Privat finanzierte Einrichtungen haben dabei die Kapazitäten, um in kleineren Studiengruppen zu unterrichten. Im Schnitt liegt der sogenannte Betreuungsschlüssel hier bei 30:1.

Bessere Ausstattung, dafür weniger Fächer

In ihrem Angebot an Studienfächern liegen private Hochschulen jedoch noch weit hinter ihren staatlichen Konkurrenten. Während sich in deren Fakultäten zeitgemäßere, praktische Orientierungen wie etwa auch Public Relations oder Game Design befinden, hält die Anzahl der Studiengänge mit teilweise über 200 an staatlichen Unis nicht Schritt.

Punkten können private Hochschulen häufig jedoch gerade damit, dass die wenigen Fakultäten technisch umso besser ausgestattet sind. Damit haben angehende Journalisten vielleicht ein eigenes Tonstudio oder Fotografen eine Dunkelkammer zur Verfügung. Die Möglichkeiten für Studierende, bereits während des Studiums praktische Erfahrung zu sammeln, sind dabei weitaus größer.

Privates Studium finanzieren

Eine Hürde bleibt an privaten Hochschulen trotz alledem: Die teils hohen Studiengebühren sind nur für wenige Studierende und Familien mit leichter Hand aufzubringen. Damit dieser Bildungsweg nicht allein für finanziell Wohlhabende eine Option ist, bieten die meisten Einrichtungen eine kostenlose Beratung an. In der Regel können Studierenden hier zwischen unterschiedlichen Finanzierungsmodellen, eventuell BAföG, einem Studienkredit oder der Bewerbung um ein Stipendium wählen.

Dass eine solche Bildungsinvestition auch das Freizeitbudget beeinflusst, ist sehr wahrscheinlich. Freie Zeit ist für Privatstudenten ohnehin knapp bemessen. An privaten Hochschulen ist Anwesenheitspflicht die Regel. Ergänzt durch studentische Ressorts und andere freie Projekte lässt das Angebot wenig Zeit für ein frivoles Studentenleben. Somit haben Studierende an staatlichen Hochschulen meist eher die Möglichkeit, ihren Studienverlauf frei zu gestalten, beliebig zu verlängern und Versäumnisse auszugleichen.

Vorurteile und Jobperspektiven

Der Erfolg eines Studiums misst sich nicht zuletzt daran, welche beruflichen Möglichkeiten es seinen Absolvent*innen bietet. Während sich dies nicht pauschal voraussagen lässt, zeigen Studien bereits: Wer studiert hat, findet auch heute noch auf lange Sicht einen qualifizierten Job. Der Ruf der besuchten Hochschulart bleibt dabei unbedeutend, hat jedoch Experten zufolge häufig Auswirkung auf die ersten beruflichen Schritte.

So unterstellen Arbeitgeber*innen den Absolventen staatlicher Einrichtungen vermeintlich mehr Durchsetzungsvermögen, wenn sie den Bachelor in BWL trotz überfülltem Studiengang abschließen konnten. Studierende privater Hochschulen können sich dabei zunutze machen, dass sie bereits während des Studiums Kontakt zu Praktikern ihrer Branche haben: Dort unterrichten häufig Gastdozentinnen und -dozenten, die Werkstudentenjobs, Praktika oder sogar die erste Anstellung vermitteln können. Leichtes Spiel haben sie dabei trotzdem nicht – Schließlich müssen auch die Expert*innen überzeugt werden.

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Von |2019-01-25T15:56:47+01:00Juni 16th, 2017|Schüler, Studienwahl|