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BAföG – Die große Unbekannte

Du scheust dich vor der Antragsstellung und der einhergehenden Papierwirtschaft?
Oder denkst du, dass dir sowieso keine staatliche Unterstützung zusteht? Für viele ist das Thema finanzielle Förderung ein großes Mysterium. Wir von der University of Applied Sciences Europe geben dir heute einen Überblick über die große Unbekannte „BAföG!

Was ist BAföG eigentlich?

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG, ist eine staatliche Förderung für Studierende, Auszubildende und Schüler. Dabei stellt der Staat dir Geld zur Verfügung, damit deine Ausbildungs- und Lebenshaltungskosten gewährleistet sind. 50 Prozent des BAföGs sind reiner Zuschuss für dich. Die restlichen 50 Prozent sind ein unverzinstes Darlehen, welches nach abgeschlossener Ausbildung zurückgezahlt werden muss. Knapp fünf Jahre nach dem Abschluss erhältst du einen Brief, in dem die Rückzahlungskonditionen stehen.

BAföG – Was musst du beachten?

Prinzipiell kann jeder einen BAföG-Förderungsantrag stellen.
Drei Aspekte musst du bei einem Antrag auf Ausbildungsförderung beachten:

  1. Ist deine Ausbildung überhaupt förderungsfähig?
  2. Erfüllst du die persönlichen Förderungsvoraussetzungen?
  3. Wie steht es um dein Einkommen?

Wann und wo musst du deinen Antrag stellen?

Die Anträge werden bei Ausbildungsförderungsämtern eingereicht. Diese unterstützen dich auch bei deinem BAföG-Prozess. Suche am Besten im Internet nach dem zuständigen Amt in deiner Nähe.

Bei der Abgabe lautet die Devise: So früh wie möglich. Du hast die Zulassung zum Studium in der Tasche? Dann stelle deinen Antrag auf Ausbildungsförderung so schnell es geht. Am Besten ist es, wenn du ihn bis zu acht Wochen vor Semesterbeginn einreichst. Die BAföG-Förderung beginnt nämlich mit dem Start der aufgenommenen Ausbildung. Jedoch wird mit der Zahlung erst zum Beginn des Antragsmonats begonnen. Das heißt, wenn du die Antragsfrist verplanst, dann bekommst du erst später deinen Zuschuss. Jeder Monat, den du ohne eingereichten Antrag verstreichen lässt, bedeutet einen Monat weniger Geld.

Zur Verdeutlichung hier ein kleines Beispiel:
Dein Studium beginnt im Oktober. Du stellst deinen BAföG Antrag aber erst im November. Die Förderung beginnt somit erst ab November. Dein Anspruch für Oktober geht verloren, da du deinen Antrag nicht rechtzeitig zum Semesterbeginn eingereicht hast.

Wie viel BAföG gibt es für dich? Wie wird es berechnet?

Die Höhe deines BAföG-Betrags ist von mehreren Faktoren abhängig. Das Einkommen deiner Eltern, des Ehepartners oder das Einkommen einer eingetragenen Lebenspartnerschaft wird, neben deinem eigenen Einkommen, bei einer BAföG-Beantragung mit in Betracht gezogen.

Bei der Berechnung von BAföG kannst du Zuschläge für das Zahlen deiner eigenen Krankenversicherung und einer eventuellen Pflegeversicherung erhalten. Deine Wohnsituation beeinflusst ebenfalls die Höhe des Betrags.

Wenn du als Studierender noch bei deinen Eltern wohnst, dann kannst du maximal einen Förderungssatz von 537 Euro monatlich erhalten. Wohnst du aber in einer eigenen Wohnung, einer WG oder im Studentenwohnheim, dann steht dir ein maximaler Förderungssatz von 735 Euro im Monat zu. Darin ist auch ein Mietzuschlag von pauschal 250 Euro enthalten.

Mit dem BAföG-Rechner kannst du erste Kalkulationen vornehmen und deinen geschätzten Förderungsbetrag errechnen. Die Berechnung ist jedoch nur ein Schätzwert und entspricht nicht immer der Summe die du schlussendlich ausgezahlt bekommst!

Darfst du nebenbei arbeiten und dir etwas dazu verdienen?

Ja, du kannst dir neben dem Studium etwas dazu verdienen.
Jedoch ist nur ein Einkommen von 450 Euro brutto anrechnungsfrei. In einem Jahr kannst du bis zu 5.400 Euro brutto verdienen, ohne dass dir dein BAföG gekürzt wird.
Kommst du aber über die Grenze des Freibetrags, wird der die Grenze übersteigende Betrag durch zwölf geteilt und von deinem BAföG-Jahressatz abgezogen.

Gibt es eine Altersgrenze für BAföG?

Nach der Vollendung deines 30. Lebensjahres wird keine Ausbildungsförderung mehr gezahlt. Dabei zählt das Alter vom Beginn des Ausbildungsabschnitts. Bei einem Master-Studiengang ist die Altersgrenze auf 35. Jahre hochgesetzt.

Unterstützung bei Problemen und Fragen

Es gibt viele Vereine und staatliche Institute die Studierende, Auszubildende und Schüler bei der Beantragung des BAföGs unterstützen. Sie helfen bei der Antragsstellung und begleiten dich durch die einzelnen Etappen der Ausbildungsförderung. Es wird jedem geraten, einen Antrag zu stellen, da selbst ein kleiner Beitrag eine wichtige finanzielle Unterstützung sein kann.
Befasst man sich einmal in Ruhe mit dem Thema BAföG, dann scheint es doch nicht mehr ganz so komplex. Versteht man den Papierkram aber trotzdem nicht oder ist sich einfach unsicher, dann kann man sich an Hilfswerke zur Unterstützung wenden.

 

Von |2018-08-15T13:51:15+02:00Januar 19th, 2018|Abitipps, Absolventen, Schüler, Studienwahl, Studierende|